Führen mit Charisma – eine Ausnahmeerscheinung?

Selten bezeichnen Menschen eine Führungskraft als charismatisch. Und wenn, dann höre ich meist große Ehrfurcht aus den Worten heraus. Es scheint etwas ganz Besonderes zu sein.
Ist das so?

Was ist Charisma?

Der Duden sagt, dass Charisma die „besondere Ausstrahlungs(kraft) eines Menschen“ ist.
Aber was genau das ist, bleibt der Interpretation des Einzelnen überlassen. Das heißt, es gibt keinen Maßstab, ab wann man von Charisma spricht.

Für eine Führungskraft sollte meiner Meinung nach der Maßstab die Akzeptanz und die Resonaz der Mitarbeiter sein. Denn sie beurteilen ihre Führungskraft nach ihren eigenen Kriterien, die geprägt sind von ihren Erwartungen, Erfahrungen, Wünschen und Bedürfnissen und erweitert werden durch die Rahmenbedingungen im Unternehmen. So kann es zustandekommen, dass eine Führungskraft von außen betrachtete als normal eingestuft wird, die Mitarbeiter ihn aber als „ihren Napoleon“ bezeichnen. Man sagt Napoleon nach, dass er stets denkend und arbeitend, immer vernünftig und effizient war und dass er der „richtige Mann zur richtigen Zeit“ war. Es stellt sich die Frage, ob er heutzutage genauso erfolgreich gewesen wäre, denn heute sind andere Schlachten zu schlagen.

Was Mitarbeiter von ihren Führungskräften erwarten

In meinem 2tägigem Seminar „Erfogreich und entspannt in Teams arbeiten“, das sich an die Mitarbeiter direkt richtet, erhalte ich regelmäßig Rückmeldung direkt von den Mitarbeiter, was sie sich von ihren Führungskräften wünschen und was sie von ihnen erwarten.

Das Ergebnis einer Gruppenarbeit dieses Seminars hat mich besonders durch die Klarheit beeindruckt. Deshalb möchte ich es hier zitieren. Aus Achtung der Vertraulichkeit im Seminar ohne Angaben von Unternehmen und Namen:

„Im Team sollte jeder mit im „Boot“ sitzen. Es ist Aufgabe der Führungskraft, dieses zu steuern, aber jeder trägt seinen Anteil, ans Ziel zu kommen. So unterschiedlich die Menschen, so unterschiedlich die Fähigkeiten, die es zu nutzen gilt. Keiner soll aussen vor bleiben!
Wir möchten unseren Gruppenleiter mehr als Führungskraft erleben und fordern. Eine starke Führungskraft ist notwendig, um den Wissensstand im Team auf einem Level zu halten, was wiederum Voraussetzung für gute (Zusammen-) Arbeit ist.“

Mitarbeiter wollen auch in den heutigen Zeiten Führungskräfte, die ihre Führungsverantwortung übernehmen, die Richtung vorgeben und die Rahmenbedingungen zum Wohle der Mitarbeiter gestalten.

Was macht eine gute Führungskraft aus?

Meiner Erfahrung nach als Führungskraft, Geschäftsführerin, Trainerin und Coach brauchen Führungskräfte ein „Rüstzeug“, dass sie zu einer guten Führungskraft – vielleicht auch zu einer charismatischen – macht:

• Authentizität, die auch stürmischen Zeiten standhält
• Eine eigene Meinung, die sich nicht im Wind verbiegt
• Werte, für die es sich lohnt einzustehen
• Ziele, die Richtung geben und voran bringen
• Die Fähigkeit, Menschen mit auf die Reise zu nehmen

Authentizität

Mitarbeiter haben eine gute Antenne für ihre Führungskraft und merken sehr schnell, wenn diese nicht authentisch ist. In vielen Situationen ist Authentizität eine persönliche Herausforderung und manchmal birgt sie auch die Gefahr, anzuecken oder gar den Job zu verlieren. Doch jeder muss für sich entscheiden, welchen Preis er bereit ist zu bezahlen, egal ob er authentisch bleibt oder sich anpasst. Einen Preis hat beides. Die Frage ist, die sich jeder stellen sollte ist, welcher Preis besser zu der eigenen Person passt.

Die eigene Meinung

Sicher kennen Sie auch Menschen, die ausweichen, wenn es darum geht, Stellung zu beziehen. Im Privatleben können Sie sich diesen Menschen entziehen. Als Mitarbeiter nicht. Mitarbeiter brauchen eine Führungskraft mit einer eigenen Meinung, denn diese geben ihnen Sicherheit, Orientierung und Rückhalt.

Vielleicht kennen Sie den Spruch „Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau.“ Diesen Spruch kann man auch auf den Führungsalltag übertragen: „Hinter starken Führungskräften stehen starken Mitarbeiter.“
Warum? Weil starke Führungskräfte mit einer eigenen Meinung Mitarbietern den Raum geben, ihre Stäken in das Team einzubringen und sich zu entfalten.

Werte

Haben Sie sich schon mal bewusst gemacht, welche Werte Sie haben? Es lohnt sich, sich die Zeit zu nehmen, um herauszufinden, welche Werte für einen selbst Gültigkeit haben.

Wenn wir uns unserer Werte bewusst sind, dann sind diese Leitplanken unseres Handelns, die dazu führen, das wir als authentisch wahrgenommen werden. Und wenn wir unseren Werte entspechend handeln, können Konflikte und Misserfolge verhindert werden.

Konflikte entstehen oft, wenn die eigenen Werte mit denen anderer Menschen oder Organisationen kollidieren. Wenn Sie in einem Konflikt wissen, welche Ihrer Werte „in Gefahr“ sind, können Sie daraus neue Handlungsoptionen entwickeln.

Werte verändern sich im Laufe unseres Lebens aufgrund von neuen Erfahrungen, veränderten Rollen oder neuen Lebensphasen. Deshalb ist es sinnvoll, immer wieder die eigenen Werte zu bestimmen. Wenn zum Beispiel eine Frau nach einer Familienphase wieder als Führungskraft einsteigt, können sie Werte aus ihrer Rolle als Mutter beim Erfolg blockieren.

Ziele

„Als wir das Ziel aus den Augen verloren hatten, verdoppelten wir unsere Anstregungen.“
(Mark Twain)

Das Definieren von klaren Zielen hilft ungemein, die eigenen Energien als Führungskraft, aber auch die der Mitarbeiter zu bündeln, um gewünschte Ergebnisse zu erreichen.

Es gibt verschiedene Ansätze, was bei der Findung von Zielen beachtet werden sollte. Sehr verbreitet ist SMART:

S pezifisch: Was genau will ich erreichen?
M essbar: Woran kann ich die Zielerreichung messen?
A ttaktiv: Motiviert mich das Ziel?
R ealistisch: Kann ich die Ziellerreichung selbst beeinflussen?
T erminiert: Bis wann will ich das Ziel erreichen?

Aber machen Sie sich keinen Stress, denn wichtig ist, sich einfach mal die Zeit zu nehmen, um sich klar zu werden, was man will und was einem wichtig ist.

Und manchmal reicht auch schon die Bestellung im All, denn es richtet den eigenen Focus auf das gewünschte Ergebnis. Probieren Sie es doch mal aus, wenn Sie wieder mal einen Parkplatz suchen. Bei mir funktioniert es prima. Und der positive Nebeneffekt: Die Aufmerksamkeit ist gerichtet auf die Situatinen im Leben, die positiv sind.

Und was bedeutet das nun für Sie als Unternehmer?

Niemand wird als Führungskraft geboren. Der Weg zu einer guten Führungskraft ist eine Mischung aus beruflichen Erfahrungen und persönlicher Entwicklung. Ein Beschleuniger der eigenen Führungspersönlichkeit ist ein erfahrener Coach. Schon Ralph Waldo Emerson (amerikanischer Philosoph und Schriftsteller, 1803-1882) sagte:

„Wessen wir am meisten im Leben bedürfen ist jemand, der uns dazu bringt, das zu tun, wozu wir fähig sind.“

Die Unternehmerakademie und ich stehen Ihnen gerne zur Seite – Rufen Sie uns an.

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Herzliche Grüße
Sascha Sabrina Grötecke

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